Der Krieg der Kurden gegen ISIS

Vortrag des Nah-Ost Experten und Autors Jonathan Spyer
VORTRAG IN ENGLISCHER SPRACHE!

Donnerstag 2.Oktober, 18:30, NIG, Universitätsstraße 7, siehe unten

Seit 2012 bildet sich ein eigener Kriegsschauplatz zwischen ISIS und den Kurden heraus. Dieser erstreckt sich nun entlang einer riesigen Front von Jalawla, nahe der Irakisch-Iranischen Grenze, bis nach Jarabulus an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei.

Auf der jihadistischen Seite der Front ist die irakisch-syrische Grenze nicht mehr existent. ISIS kontrolliert heute große Teile Syriens und des Iraks und wird die Kontrolle erst aufgeben, wenn er vollständig zerstört wird. Die Kurden sind sich vollkommen bewusst, was ein Sieg der ISIS bedeuten würde. Nachdem die Jihadisten das Gebiet rund um den Berg Shengal eroberten, entfesselten sie eine Serie von Gräueltaten, die selbst die Abgehärtesten dieser Länder schockierten. Die Peschmerga-Truppen waren nicht in der Lage, die Front bei Shengal zu halten und mussten sich zurückziehen. 
Wie Berichte von Flüchtlingen nahe legen, erschienen jedoch andere kurdische Einheiten am Berg Shengal: Die gefürchteten und rauhen Kämpfer der kurdischen YPG-Milizen (Yekîneyên Parastina Gel) und PKK-Guerillas aus der Türkei.
Lediglich mit Kalashnikows und leichten Maschinengewehren bewaffnet, jedoch mit viel Kampferfahrung, gelang es diesen Milizen eine Route von Shengal über Jezza und Rumeilan zu einem Flüchtlingscamp nahe der syrisch-türkischen Grenze zu öffnen. Zehntausende Leben wurden wohl durch diese Aktion gerettet.

YPG und ISIS sind alte Bekannte. Die Syrischen Kurden bekämpfen die Jihadisten bereits seit Ende 2012, um zwei von den Kurden kontrollierte Enklaven an der syrisch-türkischen Grenze gegen den ISIS zu halten: Jazeera und Kobane.
ISIS blieb bisher in seinen Bemühungen, Fortschritte in dieser medial bisher kaum beachteten Front des syrischen Krieges zu erlangen, bemerkenswert erfolglos. Die Öffnung des Korridors vom Berg Shengal war der bisher beachtenswerteste Erfolg der YPG- und PKK-Milizen. 
Es ist ein klares Zeichen dafür, dass die Jihadisten - trotz ihres unbestrittenen Fanatismus - nicht unbesiegbar sind und durch Entschlossenheit und Geschick zurückgedrängt werden können.
Die irakisch-kurdische Peschmerga-Armee, die YPG und deren sehr unterschiedlichen politischen Führungen haben sich nun verbündet, um sich dieser virulenten Bedrohung gemeinsam zu stellen. Sie nehmen sowohl die Gefahren als auch die Chancen des Zusammenbruchs von Syrien und Irak wahr.

Der Vortragende wird über den Krieg der Kurden gegen ISIS, die Veränderungen im Nahen Osten und die daraus resultierenden Auswirkungen für Israel und die Kurden referieren.

Dr. Jonathan Spyer ist Autor und Journalist, der sich auf die Bereiche Israel, Libanon und Syrien spezialisiert hat. Er ist Senior Research Fellow beim Global Research in International Affairs (GLORIA) Center und Fellow beim Middle East Forum.
WIEN, 18:30
HS 3
NIG (Neues Institutsgebäude) 
Universitätsstraße 7
1010 Wien

Eine Veranstaltung von WIFNO und exsuperabilis.
Mit Unterstützung der StV Geschichte Wien.

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